Grußadressen zum Hiroshima-Tag

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Botschaft der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

Prof. Paul Chaim  Eisenberg
Oberrabbiner
2014
   http://www.ikg-wien.at/
Sehr geehrte Damen und Herren,

das Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki ist uns allen ein Anliegen. Auch wenn man nicht vergessen darf, dass für die USA die Alternative damals wohl geheißen hätte, Zehntausende der eigenen Soldaten bei einer Invasion des faschistischen Japans zu opfern, das sich beharrlich weigerte, allen Aufrufen zur Kapitulation nachzukommen, gemahnen uns die Toten von Hiroshima und Nagasaki daran, zu welchem Grauen ein von totalitären Regimen entfesselter Krieg letztlich führen kann.

In Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg wünschen wir alle uns heute eine Welt ohne Atomwaffen und ohne Krieg. Doch gerade in Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg müssen wir auch sehen, wie die Eskalation der Gewalt, die letztlich zu den Schrecken von Hiroshima und Nagasaki geführt haben, frühzeitig hätte unterbunden werden können: dadurch, dass der freie Westen die Gefahren, die von Faschismus und Nationalsozialismus ausgingen rechtzeitig erkannt und entschieden gegen sie vorgegangen wäre. Das muss man sich heute bewusst machen, wenn man sieht, wie ein Regime wie das iranische unermüdlich daran arbeitet, sich zumindest eine nukleare Option zu verschaffen. Atomwaffen sind immer eine schreckliche Sache. Sie sind ein furchterregender Ausdruck davon, dass die Menschen bis heute nicht in einer versöhnten, einer erlösten Welt leben. Doch Atomwaffen in der Hand des Ajatollah-Regime wären zudem eine existenzielle Bedrohung für den Staat der Shoah-Überlebenden und ihrer Nachkommen. In Erinnerung an die Schrecken von Hiroshima und Nagasaki sollten wir alle für eine Welt kämpfen, in der Atomwaffen ein für alle Mal der Vergangenheit angehören. Und wir alle sollten alles dafür tun, dass das antisemitische Holocaustleugner-Regime nicht in den Besitz der Technologie der Massenvernichtung kommt.

Leider sind ja die Verhandlungen in Wien nicht gut ausgegangen.



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