Grußadressen zum Hiroshima-Tag

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Grußbotschaft zum Hiroshimatag 2016

Mag. Michael  Aldrian
Buddhistischer Religionslehrer und Repräsentant für Steiermark
2016
http://www.buddhismus-austria.at/assets/Reliunterricht/Michael-Aldrian.pdf  
Den Frieden zu visualisieren, die Abrüstung zu wünschen, das gewaltfreie Miteinander zu leben ist unser Weg: Im Angesicht der gegenwärtigen Entwicklungen werden wir dafür wieder einmal belächelt.

Allenthalben ertönt der Ruf zur Bewaffnung, zur Begrenzung, zur Überwachung und jene, die dagegen sprechen, werden wieder als Träumer, Spinner, Verlierer, sogar Verräter bezeichnet.

Je mehr Waffen, desto mehr Tote! Diese Erkenntnis zieht sich durch die Menschheitsgeschichte.

Selbst wenn die Aussicht auf Abrüstung und globalen Frieden minimal ist, selbst wenn die allgemeine Gewalt ansteigt, es braucht die entschlossenen Menschen für den Frieden, es braucht die Entschlossenen für ein Miteinander, über Kulturen und Religionen hinweg, über Ausbeutung und Unterdrückung, Herrschaft und Sklaverei hinweg. Mit der Sprache als Werkzeug und dem Herzen als Wegweiser.

Unsere Lebensumstände haben immer etwas mit unserem eigenen Handeln zu tun, dies wird das Gesetz des Karma (Tat) genannt: Was die Generationen vor uns begonnen haben, erben und übernehmen wir und fügen Unseres hinzu, was Auswirkungen auf unser eigenes und das Leben unserer Nachfolger hat und haben wird. Wir sind unauflöslich verwoben mit all dem, was geschieht, selbst wenn wir manche Ursachen gar nicht kennen.

Nach wie vor besteht die Möglichkeit, das Leben auf diesem Planeten vielfach durch atomare Waffen auszulöschen, hinzu kommt nun die Gefahr der Proliferation radioaktiver Substanzen an sogenannte „Terroristen“. Diese sind keine vertragsfähigen Partner und werden daher auch keine Konventionen einhalten und folglich besteht ein zunehmendes Risiko für den kleinräumigen Einsatz derartiger Materialien in der Absicht, Demokratien zu erpressen, zu untergraben, zu zerstören. Soweit bestätigen es seriöse Studien zu diesem Thema.

Verantwortliches Handeln bedeutet, sich dessen bewusst zu sein, dass unser Handeln und auch das Nicht-Handeln Auswirkungen haben! Sich für etwas einzusetzen bedeutet immer auch, etwas anderes abzulehnen, sich gegen etwas zu stellen, bedeutet auch immer für etwas anderes Partei zu ergreifen:

Sich für Abrüstung und für den Ausstieg aus der Atomindustrie zu entscheiden, ist ein starkes Zeichen für unsere Nachkommen. Sich von Gier und Ausbeutung so fern als möglich zu halten, ist ein
starkes Zeichen für unsere Nachkommen. Der Erde nur so viel Ressourcen zu entnehmen, wie sie auch wieder regenerieren kann, ist ein starkes Zeichen für unsere Nachkommen!

Mögen das Gedenken an den Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki und das Gedenken an all die Größten-Anzunehmenden-Unfälle seit es Atomkraftwerke gibt uns darin bestärken, unseren überfließenden Wohlstand weniger auf Kosten folgender Generationen zu erhalten, sondern vielmehr Respekt und Achtsamkeit im Zusammenleben mit den Menschen, allen anderen fühlenden Lebewesen und mit dem Organismus Erde zu erlernen und rasch zu entfalten.

Sarva Mangalam




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