Grußadressen zum Hiroshima-Tag

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Hiroshima-Tag 2017

Bischof Dr. Michael  Bünker
Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa
2017
   https://evang.at/kirche/bischof-buenker/
Atomwaffen müssen endlich geächtet und verboten werden! 122 Staaten haben dafür Anfang Juli den ersten Schritt gesetzt: Sie haben im Rahmen der UNO ein umfassendes Atomwaffenverbot beschlossen, dem die Staaten ab dem 20. September beitreten können. Ab dem 50. Staat, der das Abkommen ratifiziert, tritt er völkerrechtlich verbindlich in Kraft.

Österreich hat dabei gemeinsam mit anderen Staaten eine wichtige Rolle gespielt. Auf solche außenpolitische Initiativen unseres Landes kann man – so meine ich – zu Recht stolz sein!

Wenig überraschend haben die Atommächte USA, Russland, Frankreich und Großbritannien von Anfang an gegen die Verhandlungen gestimmt und letztlich gar nicht mehr daran teilgenommen. Besonders enttäuschend ist, dass manche NATO Mitglieder, wie etwa Deutschland, diese Position übernommen haben. Damit haben sie eine wichtige Chance verpasst, ein deutliches Zeichen zu setzen – so kritisierte die Evangelische Kirche in Deutschland die eigene Regierung.

Der Weltkirchenrat in Genf hat den Abschluss des Vertrages mit großer Überzeugung begrüßt. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, sagte im März zu Beginn der Verhandlungen: "Es gibt nichts, was ich mir für meine Familie mehr wünsche als eine Welt ohne Atomwaffen. Aber wir müssen realistisch sein." Realistisch sein heißt heute offenkundig, ein neues atomares Wettrüsten anzuzetteln.

Das verlangt nach einem entschiedenen Nein der Kirchen, aller Religionen und Menschen guten Willens, denen der Frieden in Gerechtigkeit ein Anliegen ist. Wir sind es den Opfern von Hiroshima und Nagasaki schuldig, den Menschen in den ärmeren Ländern, die die Folgen des neuen Wettrüstens jetzt schon zu spüren bekommen und vor allem unseren Nachkommen. Sie haben ein Recht auf eine Welt ohne biologische, chemische und atomare Waffen.




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