Grußadressen zum Hiroshima-Tag

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Wien, Hiroshimatag, 6. August 2019

Walter  Baier
Mitglied des Bundesvorstandes der KPÖ
2019
   https://www.transform-network.net/de/netzwerk/autorinnen/detail/walter-baier/
Fast ein dreiviertel Jahrhundert ist vergangen, seit die USA ihre Atombomben über Hiroshima Nagasaki zur Explosion brachten und so der Menschheit vor Augen führten, welche Vernichtungsmittel den politisch Mächtigen die Technik in die Hand gab. Damit wurden aber der Politik neue Parameter gesetzt.

Noch nie war die Gefahr eines 3.Golfkrieges so groß wie in diesen Tagen. Ginge es tatsächlich um die Freiheit der Seewege, so müssten sich USA, UK und wer immer sich sonst noch berufen fühlt, hier Interessen anzumelden, an die UNO wenden. Stattdessen aber werden ganz im Stil der Politik und Kriegsführung des 19. Jahrhunderts Kanonenboote geschickt.

Warum? Weil die Machthabenden in USA – und aus anderen Gründen auch in Israel – es so beschlossen haben; weil Boris Johnson und seine großbourgeoise Chaos-Truppe in England nur eine Zukunft für sich als vorgeschobenen US Außenposten sehen und vom Desaster des ungeordneten Brexit, ablenken wollen.

Das Risiko eines großen Kriegs bleibt unüberschaubar: Die militärische Widerstandskraft des Iran ist unvergleichlich größer als die des Irak. Die Erfahrungen aus dem Irakkrieg werden sich für die Kriegsführenden nicht wiederholen lassen, für die betroffenen Bevölkerungen wohl. Russlands und Chinas Reaktionen auf einen Angriff gegen den Iran sind unkalkulierbar. Die Erfahrungen aus der Ukraine und Syrien sollten ausreichen, um das zu verstehen.

Das alles erscheint wahnsinnig und kann sich zum Weltbrand auswachsen, den in der Nachschau wieder niemand gewollt oder vorhergesehen haben will.

Von der Europäischen Union sollten wir erwarten, dass sie bei der bisherigen maßvollen Strategie der Deeskalation bleibt. Kann man das aber von einer Europäischen Kommission, die von Frau Von der Leyen, einer prononcierten „Pro-Atlantikerin“, für die Kritik an der US-Außenpolitik Häresie wäre, geführt wird?

Und Österreich? In dessen Hauptstadt wurde das vom aktuellen US-Präsidenten Trump zum Scheitern gebrachte Atomabkommen unterzeichnet. Österreich bildet gewiss kein Schwergewicht in der EU, aber eine klare Ansage gegen den Krieg und für die Fortsetzung des Dialogs wäre angezeigt und würde dem Status eines immerwährend neutralen Landes entsprechen. Dies ist von jeder Regierung zu verlangen!

Was sagt die aktuelle Regierung, was die Oppositionsparteien?

Schlussfolgerung: wir brauchen eine neue Friedensbewegung.

Walter Baier
Claudia Krieglsteiner
Mitglieder des Bundesvorstandes der KPÖ







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